Wie du mit EFT vergangene Erfahrungen auflöst und deine Komfortzone erweiterst
Teil 2 der Blogserie: „Mit EFT deinen Palast der Möglichkeiten entdecken, inneren Frieden finden & die Komfortzone verlassen
Stell dir vor, dir wird heute ein neuer Job angeboten.
Ein Job, den du dir heimlich schon lange wünschst.
Mehr Verantwortung. Mehr Sinn. Mehr Gehalt.
Doch anstatt „Ja!“ zu sagen, spürst du plötzlich: Unsicherheit. Zweifel. Vielleicht sogar Angst.
Immer wieder kreist der Satz durch deinen Kopf: “Ich bin bestimmt nicht gut genug?”
Woher kommt dieser Gedanke?
In diesem Blogartikel erfährst du:
🔹 Warum viele unserer Entscheidungen nicht im Hier und Jetzt entstehen
🔹 Wie Erfahrungen zu inneren Blockaden werden
🔹 Wie du mit EFT diese Blockaden auflöst und deine Komfortzone erweitern kannst
Rückblick auf Teil 1 der Serie
In Teil 1 der Blogserie hast du das Bild vom Palast der Möglichkeiten kennengelernt – eine kraftvolle Metapher von Gary Craig, dem Entwickler von EFT.
Du hast erfahren …
- was der Palast der Möglichkeiten ist
- dass viele Menschen nur einige wenige Räume in ihrem Palast bewohnen
- und wie „Writings on our Walls“ verhindern, dass wir neue Räume betreten
Heute tauchen wir eine Ebene tiefer ein und klären:
- Woher diese inneren Sätze stammen
- Welche unbewussten Erlebnisse und emotionalen Altlasten dich zurückhalten
- Wie du Schritt für Schritt mit EFT deine innere Welt neu gestalten kannst
Wie Erfahrungen zu emotionalen Blockaden werden
Um zu verstehen, wie innere Blockaden entstehen, lohnt sich ein Blick auf unser Gehirn und darauf, wie es Erfahrungen speichert, bewertet und daraus unbewusste Sätze bildet.
Warum dein Gehirn dich in der Komfortzone halten will
Unser Gehirn ist nicht dafür da, uns glücklich zu machen. Es will, dass wir überleben.
Um unser Überleben zu sichern, sammelt unser Gehirn Erfahrungen – eigene und kollektive. Diese Erfahrungen speichert es mit den dazugehörigen Sinneswahrnehmungen und Emotionen ab.
Doch das Gehirn tut noch viel mehr. Es bildet aus Erfahrung Sätze. Diese Sätze werden dann als Regeln, Überzeugungen, Glaubenssätze, Muster oder Strategien abgespeichert.
Jeder Satz gilt als Wahrheit. Es gibt Sätze über uns, über unsere Mitmenschen, über die Welt und das Leben an sich.
Diese Sätze bestimmen, wie wir uns verhalten, was uns wichtig ist und was wir über uns und die Welt glauben. Teilweise sind sie bewusst, teilweise unbewusst.
Diese Sätze nennt Gary Craig die „Writings on our Walls“. Denn diese Sätze stehen an den Wänden unseres Palasts der Möglichkeiten – und sie bestimmen, welche Türen wir öffnen und welche wir lieber verschlossen halten. (Siehe auch Teil 1 der Serie.)
Doch diese Sätze stammen aus einer längst vergangenen Zeit – und genau hier liegt das Dilemma.
Wie solche Sätze wirken, möchte ich dir an einem Beispiel aus meinem Leben zeigen.
Wie eine frühere Erfahrung mich fast daran hinderte, meine Komfortzone zu erweitern
Vor einigen Jahren belegte ich mehrere Fortbildungen im Figurentheater Bochum. Mein Ziel war klar: Ich wollte auf der Bühne stehen und eigene Geschichten erzählen. Doch mein Unterbewusstsein hatte andere Pläne.
Das Dilemma begann schon am ersten Tag: Jede Teilnehmerin hatte zwanzig Minuten Zeit, eine Geschichte zu erzählen – live vor der Gruppe. Unser Lehrer, Rolf Peter Kleinen, begleitete uns mit Rückmeldungen und Impulsen.
Ich begann zu erzählen, blickte in ein Gesicht – und hatte plötzlich einen kompletten Blackout. Kein Wort kam mehr. Mein Kopf wurde heiß, ich wollte zurück auf meinen Platz flüchten.
Doch Rolf Peter sagte nur: „Bleib ruhig hier. Die Bühne gehört dir. Und wenn du möchtest, kannst du einfach mit deinem Publikum in Kontakt treten.“
Ich blieb stehen. Die Scham breitete sich in meinem ganzen Körper aus. Ich schaute in die Gesichter der anderen und sah nichts als freundliche, offene Blicke. Niemand lachte. Obwohl ich nicht weitersprechen konnte, war das eine kraftvolle Erfahrung: Der Worst Case war passiert und ich hatte ihn überlebt.
Am nächsten Tag erzählte ich meine Geschichte. Ich sah, wie tief sie die Zuhörer*innen berührte. Und ich wusste: Genau deshalb will ich auf die Bühne. Also machte ich weiter.
Doch etwas blieb: Jedes Mal, wenn ich vor Publikum sprach, spürte ich Angst und ich wollte es so schnell wie möglich hinter mich bringen. Ich genoss es nie und das machte mich traurig.
Also bearbeitete ich dieses Thema mit EFT. Und ich war sehr erstaunt, als eine lang vergessene Erfahrung vor meinem inneren Auge auftauchte.
Eine Kindheitserfahrung, die meinen Erfolg bremste
Als ich in der fünften Klasse war, sollte ich bei der Weihnachtsfeier unserer Schule ein Lied auf der Klarinette vorspielen.
Ich stand ganz allein, auf der großen Bühne der Aula. Alle anderen Kinder saßen im Publikum und starrten mich an.
Die Bühne war riesig. Ich fühlte mich klein, allein und nervös. Ich verspiele mich. Einige Kinder lachten.
Ich habe mich so sehr geschämt, dass ich am liebsten im Boden versunken wäre.
Meine „Writings on the Wall“
Während ich diese Erinnerung mit EFT bearbeitete, tauchten plötzlich ein Glaubenssatz: „Wenn ich einen Fehler mache, lachen die anderen“ und eine Entscheidung auf: „Bring es schnell hinter dich.“
Diese beiden Sätze waren meine „Writings on the Wall“.
Sie hielten mich zwar nicht davon ab, auf die Bühne zu gehen, doch sie bestimmten, wie ich mich dort fühlte: ängstlich und gehetzt.
Denn diese Sätze sind nicht nur mit der damaligen Erfahrung verknüpft, sondern auch mit den intensiven Emotionen, die ich in diesem Moment erlebt hatte. Und genau diese emotionale Ladung wirkt bis heute. Zumindest so lange, bis sie bewusst gelöst wird.
Was “Writings on our walls” mit inneren Blockaden zu tun haben
Unser Gehirn speichert also jede Erfahrung mit den dazugehörigen Emotionen ab und bildet daraus Regeln, Überzeugungen, Glaubenssätze, Muster oder Strategien, den “Writings on our walls”.
Diese Sätze können mit förderlichen Emotionen verknüpft sein und uns ermuntern etwas zu tun, sie können aber auch mit unangenehmen Emotionen verknüpft sein und uns zurückhalten, etwas zu tun. Grundsätzlich ist weder das eine noch das andere positiv oder negativ. Sondern es hängt vom jeweiligen Kontext ab, als von der Situation, in der wir uns gerade befinden.
Es kann auch sein, dass einige dieser Sätze sich widersprechen und gegenteilige Informationen liefern. Was uns dann massiv blockieren kann.
Um zu meinem Beispiel zurückzukommen: Ich hatte keinen Satz, der mich davon abgehalten hatte, mich auf eine Bühne zu stellen und Geschichten zu erzählen. Ich hatte nur zwei Sätze, die das Erleben auf der Bühne nicht wirklich positiv machten.
Ich habe im ersten Augenblick zwar meine Komfortzone erweitert und neue Räume im Palast meiner Möglichkeiten erforscht, allerdings fehlte mir die Freude daran. Und wenn ich diese Sätze und Erfahrung nicht mit EFT bearbeitet hätte, hätte ich die Räume wahrscheinlich schnell wieder verlassen und die Türen für immer verschlossen.
Nun zurück zum Beispiel am Anfang: Hier scheint es mehrere gegensätzliche Sätze zu geben. Die eine Seite wünscht sich diesen Job mit mehr Verantwortung, mehr Sinn, mehr Gehalt. Die andere Seite ist unsicher, ängstlich und zweifelt, weil sie den Satz: “Ich bin nicht gut genug” verinnerlicht hat.
Vielleicht stimmt dieser Satz. Vielleicht stimmt er auch nicht. Doch mit großer Wahrscheinlichkeit stammt er aus deiner Kindheit, wo du mindestens einmal diese Erfahrung gemacht hast, nicht gut genug gewesen zu sein. Und diese Erfahrung ist mit unangenehmen Emotionen verknüpft, die jetzt deine Entscheidung blockieren.
Im nächsten Abschnitt erfährst du, wie EFT – Emotional Freedom Techniques – hilft, die emotionale Wucht deiner Vergangenheit sanft aufzulösen, damit du deinen Palast der Möglichkeiten immer freier betreten kannst.
Wie du mit EFT vergangene Erfahrungen auflösen kannst
Vielleicht hast du es schon gespürt: Es geht nicht nur um die “Writings on our walls“ – also die Sätze, die unsere bewussten und unbewussten Entscheidungen prägen. Es geht um das, was darunter liegt: unsere Emotionen.
Denn meist sind es nicht die Gedanken selbst, die uns blockieren – sondern die unangenehmen Emotionen, mit denen sie verknüpft sind. Genau hier setzt EFT – Emotional Freedom Techniques an.
Was EFT so kraftvoll macht
EFT ist eine Methode, bei der du bestimmte Akupressurpunkte deines Körpers leicht beklopfst, während du dich gezielt auf ein Thema fokussierst: eine Erinnerung, ein belastende Emotion, eine Körperempfindung oder einen limitierenden Glaubenssatz.
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Dann schau dir meinen ausführlichen Blogartikel „EFT Tapping: Schnell, einfach und effektiv“ an. Dort findest du alles, was du brauchst – inkl. Schritt-für-Schritt-Anleitung, Video und kostenfreiem PDF.
EFT wirkt auf mehreren Ebenen:
- körperlich: dein Stresslevel sinkt spürbar
- emotional: festgehaltene Gefühle kommen in Bewegung
- mental: dein Denken öffnet sich für neue Sichtweisen Statt „Ich bin nicht gut genug“ denkst du plötzlich: „Vielleicht war das damals so. Aber heute bin ich bereit, meinen nächsten Schritt zu gehen.“
Doch es gibt einen entscheidenden Punkt, den viele beim EFT übersehen – und der dazu führen kann, dass sich trotz vieler EFT-Runden kaum etwas verändert.
Die Tischplatten-Metapher – warum es nicht reicht, nur die „Writings on our Walls“ zu beklopfen
Gary Craig, der Entwickler von EFT, nutzt das Bild eines Tisches, um zu erklären, warum bestimmte „Writings on our Walls“ so stabil bleiben, obwohl wir sie schon oft beklopft haben.
Er nennt sie die Metapher von der Tischplatte und den Tischbeinen. Er sagt, der Tisch fällt erst zusammen, wenn genügend Tischbeine fehlen.
Der Satz „Ich bin nicht gut genug“ ist die Tischplatte.
Die Tischbeine sind die emotionalen belastenden Erfahrungen, die die Tischplatte stützen.
Wenn du nur die “Tischplatte” beklopfst – bleibt der Tisch stehen.
Doch wenn du die Tischbeine, also die Erfahrungen, gezielt bearbeitest, kann der Tisch einstürzen und der Satz löst sich auf.
Es ist also wichtig, die spezifischen Erfahrungen, mit EFT zu bearbeiten, damit der Glaubenssatz aufgelöst wird.
Meist hängen unzählige Erfahrungen an so einem Glaubenssatz und es kann schon fast unmöglich anmuten, sie alle mit EFT bearbeiten zu wollen. Doch es gibt einen Trick.
Oft reicht es bereits aus einige wenige Schlüsselerfahrungen Erfahrungen aus unserer frühsten Kindheit zu bearbeiten. So kann eine einzelne bearbeitete Erfahrung wie ein Dominostein wirken – und viele weitere mit zum Einsturz bringen.
Wie du mit EFT vergangene Erfahrungen auflöst: Anleitung
⚠️ Wichtig: Bitte arbeite nicht allein an traumatischen Erfahrungen. Das kann zu einer Retraumatisierung führen. Hol dir in diesem Fall Unterstützung.
Tischbeine erkennen & EFT anwenden
- Notiere einen Satz, der dich im Alltag zurückhält.
- Erinnere dich an konkrete Erfahrungen, die diesen Satz geprägt haben. Schreibe sie in dein Coaching-Tagebuch. Manchmal kommen diese erst, wenn du den Satz mit EFT bearbeitest und dich auf diesen einstimmst.
- Bewerte die emotionale Intensität jeder einzelnen Erfahrung auf einer Skala von 0 – 10. 0 = keine Intensität und 10 = maximale Intensität.
- Entscheide welche Erfahrung du zuerst mit EFT bearbeiten möchtest. Je jünger du warst, desto wichtiger sind die Erfahrungen. Meist musst du nicht alle Erfahrungen bearbeiten, doch je mehr du bearbeitest, desto besser.
- Wenn du die Erfahrung mit EFT bearbeitest, achte darauf so spezifisch wie möglich zu sein. Je spezifischer, desto wirkungsvoller. Frage dich: Was hast du gesehen? Gehört? Gefühlt? Gerochen? Geschmeckt? Welche Emotionen sind immer noch mit dieser Erfahrung verknüpft?
- Klopfe einen spezifischen Aspekt nach dem anderen.
- Mache so viele EFT-Runden, wie du benötigst, um die emotionale Intensität unter 2 zu bringen.
- Prüfe am nächsten Tag, ob die Intensität immer noch niedrig ist. Wenn nicht klopfe erneut.
Im nächsten Teil der Serie stelle ich dir eine weitere einfache und wirkungsvolle Methode von Gary Craig vor, mit der du emotional belastende Erfahrungen bearbeiten kannst: die Personal Peace Procedure.
Fazit: Du bist nicht deine Vergangenheit
Dein Palast der Möglichkeiten ist voller Räume, voller Leben, voller Potenzial.
Doch wenn dich alte Erfahrungen und die damit verbundenen Sätze wie „Ich bin nicht gut genug“ zurückhalten, dann wirkt nicht dein wahres Selbst – sondern deine Vergangenheit.
Mit EFT kannst du die “Writings on your walls” nachhaltig auflösen, indem du die dahinterliegenden Emotionen und Erfahrungen sanft mit EFT bearbeitest.
So erweiterst du langsam und sicher deine Komfortzone, findest inneren Frieden und beginnst, dein volles Potenzial zu leben.
💛 Wenn du nicht allein klopfen möchtest
Dann buche hier dein kostenfreies Kennenlerngespräch. Gemeinsam schauen wir, welche „Tischbeine“ du heute lösen kannst, um neue Räume in deinem Palast zu betreten.
Und wenn du lieber erst mal selbst losgehen möchtest: Im nächsten Blogartikel zeige ich dir die Personal Peace Procedure – eine Schritt-für-Schritt-Methode, mit der du deine emotionalen Altlasten nachhaltig bearbeiten kannst.